Best of Crotia 2006 – 2008 (Kurzfilmprogramm, ca. 90 min.) Donnerstag, 27.11. – 19:30h Berlin, Ballhaus – Naunynstrasse (Saal, Eintritt 5 €):
Eine Zusammenstellung aktueller Kurzfilme aus Kroatien. Kuratiert von Oliver Sertic (Zagreb). Die Filme im einzelnen: [hier].
+/- 40 years: 1968–2008 (ca. 100 min., alle Filme in OF m. engl. UT) Sonntag, 30.11. – 14h Berlin, Ballhaus – Naunynstrasse (Saal, Eintritt 6 €):
In Belgrad entflammte 1968 in der “Studentenstadt” eine Rebellion in ganz ähnlicher Weise, wie dies kurz zuvor in Frankreich der vor Paris gelegenen Trabanstenstadt Nanterre passiert war – und in beiden Fällen bildeten diese studentischen Aufstände den Auftakt zu lang andauernden und folgenreichen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen.
Gleichzeitig und sicher nicht ganz zufällig bildete diese Zeit den Zenit des Filmschaffens in Jugoslawien. Die Filme dieser Zeit erzielten hohe internationale Aufmerksamkeit und als Zentrum einer neuen “Gegenkultur” verband man mit Jugoslawien Hoffnungen auf einen weiteren kulturellen und politischen Aufbruch.
Das Akademski Filmski Centar (AFC) in Belgrad ging aus dem 1958 gegründeten Akademski Film Klub hervor, der in der Amateurfilmszene Jugoslawiens eine herausragende Stellung einnahm und in dem in den 1960er Jahren so namhafte Regisseure wie Živojin Pavlovic arbeiteten. In den Studentenrebellionen der 1968er waren es vor allem die jungen Filmemacher aus den Filmklubs und die Filmstudenten der Universitäten, die die Ereignisse festhielten und dokumentierten sowie mit ihren Werken in das politische Geschehen eingriffen. Das AFC hat dieses Jahr versucht, ein Resumee dieser Zeit zu ziehen. Zu diesem Anlass entstand der Film +/-40 years: 1968–2008 (20 min., R: Ivica Djordjevic), der in Interviews mit Zeitzeugen die damaligen Ereignisse Revue ziehen läßt.
In Ergänzung dazu wird eine Auswahl der wichtigsten Filme aus der Zeit um 1968 gezeigt, die Einblicke in die Atmosphäre und die turbulenten Ereignisse dieser Zeit geben. Im einzelnen sind dies: Lipanska Gibanja (R: Želimir Žilnik), Za i protiv (R: Mica Milosevic), Kolt 15 Gap (R: Jovan Jovanovic), Studentski Grad (R: Jovan Jovanovic).
Shadows(Makedonien 2007, 120 min., Deutsche Fassung, Digibeta) Samstag, 29.11. – 21h Berlin, Ballhaus – Naunynstrasse (Saal, Eintritt 6 €):
“Die Familie als Institution wurde oft mißbraucht und als Instrument zur Unterdrückung des Individuums benutzt. Das ist eines der Themen von Shadows – wie sich Eltern manchmal hinter ihren Liebesbekenntnissen zum Kinde verstecken und es dabei mit ihrer Selbstsucht ersticken und überwältigen. Der Einfluß der makedonischen Mutter in dieser matriarchalen Gesellschaft ist gewaltig. Selbst die sprichwörtliche jüdische Mutter oder die italienische Mamma können der makedonischen Märtyrer-Mutter nicht das Wasser reichen. Lazars Mutter ist so, wie Lady Macbeth geworden wäre, hätte sie lange genug gelebt, um einen erwachsenen Sohn zu haben.”
balkanbeats! Party zum Dan Republike Samstag, 29.11. – 24h Berlin, Pavillon – Volkspark Friedrichshain:
Der 29.11. vor 65 Jahren wurde von den in der AVNOJ zusammengeschlossenen Gruppierungen die zukünftige Struktur des Bundestaates Jugoslawien beschlossen wurde. Dieser Bundesstaat existiert schon lange nicht mehr – aber sein musikalisches Erbe besteht fort. Seine Sachwalter in Berlin sind balkanbeats, den hiesigen Experten auf dem Gebiet des Culture Recyclings.
Aus gegebenem Anlass laden die balkanbeats DJs Robert und Marko auch dieses Jahr wieder zu einer musikalische Zeitreise, die zu den Gipfelpunkten des YU-Rocks führen wird – und darüber hinaus…
IMPRO III featuring Alzheimer Trio Sonntag, 30.11. – 16h Berlin, Ballhaus – Naunynstrasse (Saal, Eintritt 5 €):
Alzheimer Trio versteht sich als “Hit and Run Musik” und verschreibt sich der Direktheit: “Direkte Kommunikation, Direkte Kanalisierung, Direkte Herausforderung”. Das Alzheimer Trio gründete sich im Oktober 2005 und hat seitdem frei improvisierte Konzerte in zahlreichen Clubs in Slowenien und Italien gespielt. Grom, Mancek and Stanic spielen darüber hinaus zusammen im “Bast Collective”, in den “Lolita Libre Projects” und anderen Inprovisationsprojekten. Sie haben dabei bereits mit einer Reihe internationaler Größen wie Jessica Lurie, Amy Denio, The Tiptons, Ventzislav Blagoev, Axel Dörner, Anthony Pateras, Robin Fox, Will Guthrie, Ferran Fages und Jean-Philippe Gross zusammengearbeitet. Im März 2006 wurde das erste Live Album des Alzheimer Trios auf Mattin’s Desetxea net label ervöffentlicht. In 2007 spielte das Trio auf einer Reihe etablierter Europäischer Musikfestivals wie NEXT (Bratislava), Ultrahang (Budapest) und Sajeta (Tolmin).
Das Trio besteht aus: Tomaz Grom (Kontrabass, Effekte, Elektronik), Matjaz Mancek (E-Gitarre, Effekte), Marjan Stanic (Drums, Percussion)
Impro III ist eine interaktive Improvisation aus spoken-word-poetry und einem Klangbild. Grom und Cucnik erzeugen Sounds mit Instrumenten, Lautsprechern, aber auch mit dem aktiven Gebrauch von Grammophon, Computer und den Klangeigenschaften des Raumes, in dem die Aufführung stattfindet. Impro III ist der Versuch, verschiedene Arten von Audio zu verbinden: Worte, Sounds, Rauschen, Pfeifen, Stille. “Klang im Werden: nicht im Verhältnis zu Stille, sondern zu sich selbst, ein Klang von verschiedenen Quellen, die tatsächlich nur einen Klang darstellen – einen elementaren, einsilbigen Klang, der dem Mund der Stille entsteigt. Abstraktion voller Spielfreude, die sich langsam, aber sicher ins Gedächtnis einbrennt.” (Blaž Lukan)
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BALKAN BAZAAR EVROPA
“Slowenien kennt manch einer nur als mautgierigen Transitgrünstreifen auf dem Weg zur Adria. Zum Balkan gehört es – insbesondere nach eigener Meinung – eher nicht. Dass es neben Almwirten und Zöllnern hier auch Musik-, Literatur- und Tanzszenen von Weltklasse gibt, dass einige der kühnsten Denker der Region hier ihre Häupter betten und dass die allgemeine Hinkehr zu Westeuropa auch ihren subkulturellen Gegenstrom im Schulterschluss mit den balkanischen Nachbarwelten hat, bleibt dabei manchem verborgen, der es mit Transit ernst meint. Zur Nachhilfe legt das balkan black box Festival dieses Jahr seinen Regionalfokus auf das jugo-europäische “Schwellen-Land” und öffnet an einem langen Wochenende die slowenischen Blumenkästen, in denen sich Hip-Hop, Jazz-Lesungen und das neueste Vinyl aus Ljubljana verstecken. Garniert wird die Reihe von transbalkanischen DJs, Filmen, Performern und jeder Menge last-minute Überraschungen.
Das balkan black box Festival (bbb) präsentiert seit nunmehr fast zehn Jahren zeitgenössische Kunst und Kultur aus Südosteuropa in Berlin. Die ehrenvolle Mission von bbb ist es dabei, die “black box” der postsozialistischen Gesellschaften Südosteuropas, in deren Inneren für das deutsche Auge oft immernoch unverstandene Dinge passieren, ein kleines Stück weiter zu öffnen. Dass dabei nicht zuerst der “Singende Klingende Balkan” und die “Große Slawische Seele” projeziert werden, ist ein Marketingproblem, das durchaus beabsichtigt ist.
Herzlich willkommen zum Geisterflug durch den Balkan Bazaar Evropa – von Sofia über Ljubljana bis ins Herz von Berlin! Eine Koproduktion von balkan black box und Kultursprünge e.V. im Ballhaus Naunynstraße, gefördert von der Interkulturellen Projektförderung des Landes Berlin, dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und dem Slowenischen Kulturministerium.”
Quelle: http://www.balkanblackbox.de/
