Lara Y. Stepanovic


10.09.09 Forum der verlorenen Hoffnungen
Artikel im tip Berlin hier! taz hier! Tagesspiegel hier! GlasfundusDas Forum der verlorenen Hoffnungen vor dem Kanzleramt

Vor dem Kanzleramt lässt das Zentrum für Politische Schönheit einen Abend lang die Sehnsüchte und Hoffnungen der deutschen Bevölkerung zu Wort kommen. Jeder ist zur Teilnahme aufgefordert.
Wer spontan mitmachen möchte, findet unten eine Anleitung zur Sehnsuchtsbildung: Wo die Politik versagt, müssen Bevölkerung und Künste einspringen und betreiben, was der politischen Willensbildung vorangeht. “Die Meinungsbildung eines Landes übernimmt die Politik, die Sehnsuchtsbildung übernehmen seine Künstler.”

Das Forum der verlorenen Hoffnungen
Donnerstag, 10.9.2009
Kanzleramt Berlin, 20 Uhr

www.politicalbeauty.de
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“Schatz, dein Wording ist nicht okay”
Saturday, 18. July 2009, 16:12
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“Schatz, dein Wording ist nicht okay”
Anmerkungen zu hassenswerten Wörtern
Das Wort “pulchritude” lässt englische Dichter zusammenzucken, wie sich neulich auf dem Literaturfestival von Ledbury zeigte. Die Begründung ist standesgemäß, ihre Formulierung ein Genuß, den man wie Prosciuttio aus San Daniele auf der Zunge zergehen lassen kann: “stuffed to the brim with a brutally latinate cudgel of barbaric consonants”. Etwas “prätentiös” vielleicht. Es gibt auch heftigere Reaktionen. Als ich einmal bei Handke las, dass er das Wort “Wandern” nicht mag und ihm das Wort die schöne Tätigkeit verleide, wurde auch mir klar, warum ich “Wandertage” schon immer gehasst habe. Es war die im Wort eingebettete Vorstellung von käsfüßigen Katholiken, die jeden Grashalm berochen, die mich künftig gegen alle Frischluftaktivitäten feindlich stimmte; ich bin Hallenbadschwimmer geworden. Und nicht der einzige, der mit einem starken Affekt auf die schwarze Magie von Wörtern reagiert: das beweisen die Antworten, die aus der Pistole geschossen kamen, als ich gestern einige Autoren und Bekannte im Gespräch auf die englischen Dichter in Ledbury hinwies und danach fragte, welches Wort bei ihnen Hass erzeugt. (more…)


Mujeres Libres
wow
Feministinnen in der Revolution: Mujeres Libres im Spanischen Bürgerkrieg
Vera Bianchi: Feministinnen in der Revolution. Die Gruppe Mujeres Libres im Spanischen Bürgerkrieg, Unrast Verlag, 2003

Noch immer ist die Geschichte der Mujeres Libres (Freie Frauen) in der Zeit des Spanischen Bürgerkrieges zu wenig bekannt. Vera Bianchi, die 1974 geborene, Hamburger Geschichtswissenschaftlerin mit den Schwerpunkten soziale Bewegung und feministische Wissenschaft, hat ein neues Buch über diese dezentral strukturierte Frauenorganisation geschrieben, in der sich nach neuesten Erkenntnissen 149 Basisgruppen und rund 20.000 Frauen vernetzten. Die Autorin berücksichtigt nicht nur die bisher veröffentlichten deutschsprachigen Publikationen, sondern recherchierte vor Ort im Bürgerkriegsarchiv von Salamanca und bezog spanische sowie US-amerikanischen Forschungen mit ein. (more…)



Bischof Huber…
Bischof Huber: Gott ist nicht real
Peter Monnerjahn 21.05.2009, Telepolis
Es ist ein großer Schritt für die Annäherung zwischen Gläubigen und Naturalisten: Der Berliner Bischof erklärt, warum es in unserem Universum keinen Gott geben kann und Religion Privatsache ist

Bisher kaum beachtet von der Welt hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (1) und Berliner Bischof Wolfgang Huber begonnen, eine Brücke zwischen Gläubigen und Menschen mit einem naturalistischen Weltverständnis zu schlagen. In feinem Kontrast zu seinem Engagement für einen konfessionsgebundenen Religionsunterricht (2) in Schulen wirft Huber damit ein Schlaglicht auf die Notwendigkeit, zwischen mit Vernunft entscheidbaren Fragen und anderen differenzieren zu können. (more…)



»Alle Sätze sind gleichwertig«

Als Maria Gott erfand…
Friday, 8. May 2009, 9:51
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Als Maria Gott erfand (von Jürgen Wertheimer)
Roman, Pendo Verlag, Zürich 2009, gebunden, 443 Seiten, 19,95 EUR
Voller Hingabe legt Rezensent Rolf Vollmann diese unkonventionelle wie vom Wind der Freiheit durchwehte “metaphysische Burleske” über die Mutter Maria den Lesern ans Herz. Erzählt sei sie von ihrem letzten Geliebten, in einer Zeit, die schon nach dem Tod ihres Sohnes Jesus liegt. Verwegene Details aus Marias Beziehung zu Jesus’ Vater, aber auch Räuberpistolen um machtbesessene Jünger, die Maria nach dem Leben trachten, haben einen Löwenanteil am Vergnügen, das der Rezensent mit dieser Geschichte hat. Sichtlich beeindruckt ist Vollmann auch von der “verknäulten” Komposition des Romans. Auch die Abwesenheit kunstangestrengter Frömmelei erfreut den Rezensenten sehr. Denn besonders bei seiner “abenteuerlichen Enthaltung von aller Kunst” legt Jürgen Wertheimer aus seiner Sicht eine derartige Bravour an den Tag, dass er das Buch lesen kann “wie frische Luft” und sich an “Liebe, Witz und Blasphemie” hoch erfreut, auch wenn, wie man ebenfalls erfährt, sowohl die Gottesmutter als auch der Erzähler das Ende des Buchs nicht erleben. Rezensionsnotiz, Die Zeit, 07.05.2009 (more…)