Lara Y. Stepanovic


Desniansky Raion

Desniansky Raion “Artist Cyprien Gaillard presented his electronic opera Desniansky Raion at Tate Modern this July. The triptych of films features some startling images, including battling gangs and a son et lumière building demolition. In this video Gaillard talks about the ideas behind his work and how composer and musician Koudlam provided the films extraordinary soundtrack.” (more…)


“Das wird man wohl noch sagen dürfen!”
“Das wird man wohl noch sagen dürfen !”
Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin hat Türken und Araber in Deutschland attackiert. Damit stößt er auf beispiellose Zustimmung. Woher kommt bloß die Wut?
Aus einem Interview in einer wenig bekannten Intellektuellenzeitschrift ist binnen dreier Wochen ein »Fall Sarrazin« geworden. Der Streit über die Äußerungen des Bundesbankvorstands in Lettre International mutiert zur Debatte über die deutsche Debattenkultur. Es wird mittlerweile genauso leidenschaftlich darüber gestritten, was man hierzulande um welchen Preis sagen darf – wie über die ursprüngliche Frage: Ob Sarrazin denn recht hat mit seinen Behauptungen über Einwanderer in Berlin. (more…)


I ♥ Mika Miko!
Thursday, 22. October 2009, 0:40
Filed under: art, disobedience, gender, good music, independence, media skills, performance, provocation | Tags: , , , ,
Mika Miko → www.myspace.com/mikamiko
“Mika Miko is an underground youth punk/noise band formed in 2003 in Los Angeles, California. In 2004 they gained local popularity for their frenetic live performances. Featuring Victor Fandgore (Jennifer Clavin), Jet Blanca (Jenna Thornhill), Michelle Suarez, Jessica Clavin, and Jon Erik Edrosa, the original line up of the band made its first demo CD-R, its first 7″ record, and toured the West Coast extensively before replacing their original drummer with Kate Hall and embarking on their first national tour in the Summer of 2005. Also in 2005 they were featured on two compilations released by Los Angeles-based record labels, produced their first two self-released cassettes, and two members of the band appeared on the Hawnay Troof EP Community. (more…)


Bye-Bye
Wednesday, 21. October 2009, 14:59
Filed under: art, design, disobedience, media skills, performance, provocation, the end | Tags: , ,
marcelsmaus


Antiberliner & Geniale Dilletanten
PRODUKTION WEST 1980
Wolfgang Müller → Auszug Lettre International 86

In Sichtweite der Berliner Mauer beginnt sich 1983 eine unsichtbare Vinylschallplatte zu drehen. Aus dem Fenster meines Arbeitszimmers in der Waldemarstraße kann ich ein Stück der Mauer sehen. Sie teilt die Adalbertstraße in einen zu Berlin-Kreuzberg und einen zu Berlin-Mitte gehörigen Abschnitt. Eigentlich wird die Mauer erst ab dem Spätherbst sichtbar. Dann nämlich liegen die Blätter der Eschen, der Ahorn- und Akazienbäume des Bethanienparks am Boden. Schaue ich links aus dem Fenster, kann ich die Mauer auch im Sommer sehen. Denn hier berührt ihre Fortsetzung das Ende der Kreuzberger Waldemarstraße am Leuschnerdamm. Ihren Schatten wirft sie direkt in den Garten des Altberliner Traditionslokals Henne. Superzarte Milchmasthähnchen.

Die Westberliner subkulturelle Musik- und Kunstszene ist in den achtziger Jahren wenig an der merkwürdigen politischen Zweiteilung der Stadt interessiert. Falls überhaupt, wird damit nur an der Oberfläche gespielt, die Mauer als dekorativer Hintergrund oder die Zweistaatlichkeit als Teil einer absurden Collage: Kebabträume in der Mauerstadt. Atatürk ist in der DDR der neue Herr. Zu besetzt ist das Thema von kalten Kriegern, den Politikern in Ost- und Westberlin. Deren humorfreie, verbitterte Losungen schrecken ab. Angeregt vom Punkimpuls entwickelt sich um 1978 in Westberlin, aber auch parallel im Ostteil der Stadt, eine überaus vielfältige, lustvolle, oft amüsante und genial-dilettantische Kulturszene. Sie nimmt sich des Alltags, des Unmittelbaren, der aktuellen Realität an. Es ist eine sich als autonom empfindende Szene, mit illegal betriebenen Bars, Clubs, selbstproduzierten Fanzines, Super-8-Kinos, Bands und eigenen Kleinlabels in besetzten Häusern. Am 4. September 1981 findet in einem Zirkuszelt an der Mauer, dem Tempodrom, ein Festival der Genialen Dilletanten statt. Über tausend Zuschauer sehen Bands, von denen viele erstmals überhaupt auf der Bühne stehen. Sie proben live. Die echte Christiane F. spielt als Christiane X. Baßgitarre, der spätere Technopionier WestBam und der Erfinder der Loveparade Dr. Motte spielen in Bands wie Kriegsschauplatz Tempodrom und DPA, die Einstürzenden Neubauten singen mit Gudrun Gut von zuckendem Fleisch. Und Dagmar Dimitroff präsentiert für meine Band Die Tödliche Doris am Schlagzeug einen Perückenhaarbikini. (more…)



giddy carrousel
Saturday, 3. October 2009, 14:38
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kkk
Ku Klux Klan members on Ferris wheel at W.H. Forsythes merry-go-round site at 8th and Greenwood, Caon City, April 26, 1926


Tal Der Fliegenden Messer
Wednesday, 30. September 2009, 15:39
Filed under: Experimental, art, dates, disobedience, performance, provocation, social, what we hate | Tags: , , , ,
Mi. 30.09. um 19:30 Volksbühne im Prater, Berlin
Tal der fliegenden Messer, Ruhrtrilogie Teil 1 von René Pollesch
„Es kann nicht darum gehen, dass in meiner Stimme eine historische Wahrheit zum Ausdruck kommt! Nein, man muss aus anderen Gründen auf diese Stimmen hörn. Weil sie d a sind! Weil sie die Wirklichkeit prägen.“
Wir können jetzt weiter heucheln, dass uns die andern Leben berührn… Aber die Frage ist, wo berührn sie uns wirklich, also politisch, und nicht immer nur da, wo wir gezwungen sind, uns einen Plan unserer Gemeinsamkeiten zu erzählen. Eine Wahrheit vom Menschen zum Beispiel, die wir alle teilen sollen. Die Freiheit könnte darin liegen, nicht wahr sein zu müssen.

„Wo haben wir mit den anderen zu tun? Diese Frage will eine sentimentale Sorte von Sozialismus immer damit lösen, dass wir nur bessere Menschen sein müssen“. (Dietmar Dath) Aber wir sind schon gut genug. Gleichgültigkeit und Interessenlosigkeit sind vielleicht eine legitime Verteidigung gegen Vorstellungen von Gemeinsamkeiten, die uns aber vor allem trennen. Vielleicht ist es gut, kein Interesse aneinander zu haben, vielleicht ist das kein Verlust, sondern das Vernachlässigen der Punkte, an denen wir uns nur moralisch und psychologisch berühren, und nicht dahin sehn, wo unsere Leben wirklich miteinander zu tun haben. Vielleicht ist es gut, was die Meinhof sagt: „Frauen, die keine Frau haben, die ihre Kinder erzieht, haben es schwer, schwer, unheimlich schwer.“ Sie sucht den Punkt, wo die Frauen nicht immer mit den Typen zu tun haben sollen, nur weil die mit ihnen eine Familie gegründet haben. „Der Typ hört sowieso immer weg“. Und sie spricht auch nicht von der Berührung mit ihren Kindern. Wo berühren sich unsere Leben wirklich, und nicht immer bloss in dem blöden Melodram, das wir uns erzählen müssen… (more…)



Face 2 Face

Trailer of Face 2 Face project by JR and Marco → http://jr-art.net/
Israelis and Palestinians portraits will be past on the separation wall / security fence in march 2007. This unofficial art project is not sponsored by any institution or brand.


10.09.09 Forum der verlorenen Hoffnungen
Artikel im tip Berlin hier! taz hier! Tagesspiegel hier! GlasfundusDas Forum der verlorenen Hoffnungen vor dem Kanzleramt

Vor dem Kanzleramt lässt das Zentrum für Politische Schönheit einen Abend lang die Sehnsüchte und Hoffnungen der deutschen Bevölkerung zu Wort kommen. Jeder ist zur Teilnahme aufgefordert.
Wer spontan mitmachen möchte, findet unten eine Anleitung zur Sehnsuchtsbildung: Wo die Politik versagt, müssen Bevölkerung und Künste einspringen und betreiben, was der politischen Willensbildung vorangeht. “Die Meinungsbildung eines Landes übernimmt die Politik, die Sehnsuchtsbildung übernehmen seine Künstler.”

Das Forum der verlorenen Hoffnungen
Donnerstag, 10.9.2009
Kanzleramt Berlin, 20 Uhr

www.politicalbeauty.de
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VORSICHT: PARASITEN!
Die Yes Men geben sich als Vertreter globaler Konzerne aus und betreiben “Identitätskorrekturen”. 2006 stellten sie im Namen des Militärdienstleisters Halliburton den “SurvivaBall” vor, der Manager vor dem Klimawandel schützen soll.

VORSICHT: PARASITEN!
Subversive Kunst ist Revolution auf Samtpfoten: Sie schleicht sich leise aus dem Hinterhalt an, um dann mit List, Leidenschaft und viel Humor die Symbole der Macht zu attackieren. Ein Report über die neue Politkunst jenseits verbrauchter Ideologien. (Alain Bieber) sehenswerte Galerie hier!
Die Schöpfungsgeschichte der Moderne ist eine Geschichte radikaler Kulturkämpfer und kriegerischer Rhetorik. Auch die subversive Kunst hat sich ihre Taktiken von Guerillakriegen abgeschaut: Es geht um Überraschungseffekte, Täuschungsmanöver und Desinformation, um Sabotage, Zweckentfremdung und Überidentifikation.

Aus Mangel an Guerillakriegen, Repression und Zensur ist Subversion aber heute in Europa zu einer einfachen Kommunikationsmethode geworden – mit variabler Botschaft. Die Industrie betreibt Guerillamarketing, indem sie Street-Artists engagiert, um ihre Slogans illegal zu sprühen, und selbst Rechtsradikale zelebrieren den subversiven Schick mit Hitler-Hommage-Shirts wie “My boss is an austrian painter”. Subversion ist Selbstinzenierung, Zeitgeistphänomen – und vor allem der Kassenschlager der Kunstgeschichte. Künstler stilisierten sich schon immer gerne zu Rebellen, und Galeristen nutzten das Etikett zur Vermarktung, weil auch Sammler sich einen Hauch von revolutionärem Schick ins Wohnzimmer hängen wollten. (more…)



A Tribute To Whitehouse

das koks war versalzen
Von Christoph Schlingensiefs Plänen, in der Nähe von Ouagadougou ein Opernhaus zu bauen,
…hatte sich Esther Slevogt an ihren Großonkel erinnert gefühlt, der sich Goethe zitierend auf einer Sänfte durch den kamrunischen Busch tragen ließ. Darauf antwortet Schlingensief: “Natürlich bin ich ein onkel in der sänfte. nichts anderes habe ich auch in meiner vorlesung in der universität gesagt. und die ursache liegt in der zukunft ist somit das billigste, was mir zu beuys oder dieser idee überhaupt einfallen würde. aber vielleicht ist es ehrlicher zu sagen, dass man nicht kommt, damit es so aussieht wie in berlin. als ob ich die diskussion des kolonialen auftretens nicht schon 1997 in zimbabwe oder vor 3 jahren in lüderitz erlebt hätte. warum ist da so eine aggression im raum? ich halte auch nichts von den geldoffwassersuchern oder tanzenden deutschen rocksängern, die sich in afrika sooo wahnsinnig wohl gefühlt haben. noch übler dieser ganze mist von deutschen theatermachern, die sich z.b. nach brasilien aufgemacht haben, um dort ihre dicken theatereier zu zeigen. und was war? die klimaanlage war defekt, die brasilianischen mädchen waren nicht willig und das koks war versalzen.” (more…)


»Alle Sätze sind gleichwertig«

Kirche der Angst

Berliner Festspiele 2009: Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir Fluxus-Oratorium von Christoph Schlingensief
www.kirche-der-angst.de berlinerfestspiele.de
“Als großer Leidensmann und heiliger Narr hat sich der Künstler Christoph Schlingensief seit jeher selbst inszeniert, konsequent und mitreißend macht er auch seine lebensbedrohliche Krebserkrankung zum Anlass und Thema einer spektakulären Theateraktion. Der Spielraum ist eingerichtet wie eine katholische Kirche, in Weihrauch und Kerzenschein künden schwarze Sängerinnen, Kinder in Messdienergewändern sowie die Schauspielerinnen Angela Winkler und Margit Carstensen von Schlingensiefs Krankwerdung und vorläufiger Genesung. Auf diversen Leinwänden laufen wackelnde Filmbilder aus dem Schlingensief’schen Amateurfilm-Familienschatz und Aufnahmen des Patienten im Krankenhaus, wo er in einem Bett liegt und „Bitte nicht berühren!“ schluchzt. „Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ ist einerseits eine furios theatralisierte Krankenakte und ein vom zu Betrauernden selbst angerichtetes Requiem zu Lebzeiten. Andererseits ist es eine Huldigung an Schlingensiefs Übervater Joseph Beuys und die Künstler des Fluxus, denen das Leben (und Sterben) selber als Kunstwerk galt. Ein Abend voller Mut zum Kitsch, höchst ergreifend und von einer Unmittelbarkeit, der man im Theater selten begegnet; eine Demonstration von Poesie, Trauer und Wärme, der all jene überraschen wird, die Schlingensief bloß immer als Zyniker, als Provokateur und als Clown missverstehen wollen.” (more…)


Erst befrieden, dann befriedigen
Friday, 1. May 2009, 12:08
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Erst befrieden, dann befriedigen / Sex-Boykott in Kenia
Vorbild Lysistrata: Kenias Frauen rufen ihre Geschlechtsgenossinnen zu einem einwöchigen Sex-Boykott auf – um streitsüchtige Politiker zu versöhnen.

Kibaki + Odinga
Ohne Friede kein Sex: Kenias Frauen wollen Präsident Mwai Kibaki (rechts) und Premier Raila Odinga mit Boykott im Bett zum Reden zwingen.

Liebesentzug als Heilmittel gegen Krieg: Kenias Frauen proben eine Neuauflage von Lysistrata, der Satire des Dichters Aristophanes aus dem Jahr 411 vor Christus. Mehrere kenianische Frauengruppen haben nun zu einem einwöchigen Boykott im Bett aufgerufen. (more…)