Lara Y. Stepanovic


“Das wird man wohl noch sagen dürfen!”
“Das wird man wohl noch sagen dürfen !”
Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin hat Türken und Araber in Deutschland attackiert. Damit stößt er auf beispiellose Zustimmung. Woher kommt bloß die Wut?
Aus einem Interview in einer wenig bekannten Intellektuellenzeitschrift ist binnen dreier Wochen ein »Fall Sarrazin« geworden. Der Streit über die Äußerungen des Bundesbankvorstands in Lettre International mutiert zur Debatte über die deutsche Debattenkultur. Es wird mittlerweile genauso leidenschaftlich darüber gestritten, was man hierzulande um welchen Preis sagen darf – wie über die ursprüngliche Frage: Ob Sarrazin denn recht hat mit seinen Behauptungen über Einwanderer in Berlin. (more…)


VORSICHT: PARASITEN!
Die Yes Men geben sich als Vertreter globaler Konzerne aus und betreiben “Identitätskorrekturen”. 2006 stellten sie im Namen des Militärdienstleisters Halliburton den “SurvivaBall” vor, der Manager vor dem Klimawandel schützen soll.

VORSICHT: PARASITEN!
Subversive Kunst ist Revolution auf Samtpfoten: Sie schleicht sich leise aus dem Hinterhalt an, um dann mit List, Leidenschaft und viel Humor die Symbole der Macht zu attackieren. Ein Report über die neue Politkunst jenseits verbrauchter Ideologien. (Alain Bieber) sehenswerte Galerie hier!
Die Schöpfungsgeschichte der Moderne ist eine Geschichte radikaler Kulturkämpfer und kriegerischer Rhetorik. Auch die subversive Kunst hat sich ihre Taktiken von Guerillakriegen abgeschaut: Es geht um Überraschungseffekte, Täuschungsmanöver und Desinformation, um Sabotage, Zweckentfremdung und Überidentifikation.

Aus Mangel an Guerillakriegen, Repression und Zensur ist Subversion aber heute in Europa zu einer einfachen Kommunikationsmethode geworden – mit variabler Botschaft. Die Industrie betreibt Guerillamarketing, indem sie Street-Artists engagiert, um ihre Slogans illegal zu sprühen, und selbst Rechtsradikale zelebrieren den subversiven Schick mit Hitler-Hommage-Shirts wie “My boss is an austrian painter”. Subversion ist Selbstinzenierung, Zeitgeistphänomen – und vor allem der Kassenschlager der Kunstgeschichte. Künstler stilisierten sich schon immer gerne zu Rebellen, und Galeristen nutzten das Etikett zur Vermarktung, weil auch Sammler sich einen Hauch von revolutionärem Schick ins Wohnzimmer hängen wollten. (more…)



Warum?
Kapitalismus-Recycling Artur P. Schmidt 16.07.2009, Telepolis
Warum stellen wir nicht mehr die Warum-Fragen?

Trotz technologischen Fortschritten sind in den westlichen Industrienationen die Realeinkommen gesunken und die Bildung ist zu einem Spezialistentum ohne Verantwortung für das Ganze verkommen. Kein Wunder, dass Begriffe wie Ethik und Moral im entfesselten Kapitalismus scheinbar keine Rolle mehr spielten. Wie sollte dies auch sein, wenn der schnöde Mammon der persönlichen Bereicherung durch immer stärker ausufernde Gehälter die Gehirne der Akteure mit dem Shareholder-Value der Aktienkurse gleichgeschaltet hatte. Wir haben es verlernt, die Warum-Fragen zu stellen, Fragen, die uns die Kinder immer wieder stellen.

Warum haben wir jahrelang geglaubt, dass Geld auf Bäumen wächst und beliebig vermehrbar ist, ohne zu erkennen, dass die Äste auf denen wir sitzen, durch ihre eigene Schuldenlast zusammenbrechen? Warum hat die so genannte Wirtschaftselite zum Treiben in den Finanzetagen der Großbanken jahrelang geschwiegen, obwohl jeder, der den mathematischen Dreisatz beherrscht, nachrechnen konnte, dass z.B. eine UBS im Verhältnis zur Schweizer Volkwirtschaft viel zu groß wurde, um eine Krise alleine bewältigen zu können?

Warum haben Politiker zugeschaut, wie das schweizerische Bankgeheimnis von Banken zu einem kriminellen Perpetum Mobile der Geldwäsche umfunktioniert wurde? Warum unterstützen wir heute Banken, die sowieso nicht mehr zu retten sind mit der Einführung von Bad Banks, und verhindern so, dass das neu gedruckte Geld zur Sanierung von toxischem Swap-Müll und nicht für Innovationen eingesetzt wird? Warum lassen wir es zu, dass Banken, die saniert werden, trotz neuem Geld alte Kredite kündigen und so eine gigantische Kreditklemme und damit Massenarbeitslosigkeit verursachen? (more…)



28mm status of women

wah

The Women project
www.womenareheroes.be
The Women project wants to underline their pivotal role and to highlight their dignity by shooting them in their daily lives and posting them on the walls of their country.
On the other hand, by posting the same images of these women in Western countries, the project allows everyone to feel concerned by their condition and connects, through art, the two different worlds. wah2 Kenya, South-Sudan, Sierra-Leone, Liberia – The violence suffered by women there is the extreme expression of discriminations. The ethnic wars in Africa are a source of the worst crimes on women. When meeting them, JR wants to testify of their force, their courage and their noble struggle: first to live, then to exist.
Right now JR is in Rio de Janeiro, Brasil where the context of favelas has encouraged to meet women for whom crime, violent lost of loved ones and arbitrary repression are part of everyday life.
In 2008/2009, JR plans to visit India, Cambodia, Laos, Marcs, then return to Kenya.
To the limits of contemporary art – the goal is once again to reach the limits of Art in a closed social and cultural environment and watch the reaction of the local population. What is at stake here is the assessment of the possibilities of intervention in the different environments. The success of such a process allows drawing a status of women in their countries. Proof by action is chosen.
→ VIDEO: EXTRAIT “WOMEN ARE HEROES”, Kibera, Kenya (more…)


Mujeres Libres
wow
Feministinnen in der Revolution: Mujeres Libres im Spanischen Bürgerkrieg
Vera Bianchi: Feministinnen in der Revolution. Die Gruppe Mujeres Libres im Spanischen Bürgerkrieg, Unrast Verlag, 2003

Noch immer ist die Geschichte der Mujeres Libres (Freie Frauen) in der Zeit des Spanischen Bürgerkrieges zu wenig bekannt. Vera Bianchi, die 1974 geborene, Hamburger Geschichtswissenschaftlerin mit den Schwerpunkten soziale Bewegung und feministische Wissenschaft, hat ein neues Buch über diese dezentral strukturierte Frauenorganisation geschrieben, in der sich nach neuesten Erkenntnissen 149 Basisgruppen und rund 20.000 Frauen vernetzten. Die Autorin berücksichtigt nicht nur die bisher veröffentlichten deutschsprachigen Publikationen, sondern recherchierte vor Ort im Bürgerkriegsarchiv von Salamanca und bezog spanische sowie US-amerikanischen Forschungen mit ein. (more…)



Escape Tools
Sunday, 28. June 2009, 17:08
Filed under: Experimental, art, design, disobedience, independence, resist, violence | Tags: , , , , ,

Escape Tools (Photos by Marc Steinmetz)
Inmates have got lots of time on their hands. What better way to make use of this resource than doing handicrafts? Creativity pays, especially when it facilitates escape. These examples bear witness to man’s love of freedom.
→ more photos of escape tools


Herzliche Grüsse
Thursday, 21. May 2009, 14:40
Filed under: art, performance, resist, the end | Tags: , , , , , ,
SchlinensiefChristoph Schlingensief / www.krank-und-autonom.de
“Es geht doch darum, das man sich weiterhin vertraut, das man sich hoffentlich auch selber liebt, das man genug Leute findet, die einem helfen aus der drohenden Depression rauszukommen, und dass man diese Welt als Herausforderung sieht, egal wie schwer sie einem momentan auch vorkommen mag! Äußern Sie ihren Schmerz! Zeigen Sie ihre Wunde, sagt Beuys! Nur wer seine Wunde zeigt, wird geheilt. Also raus mit den Sorgen, raus in die Welt, darüber reden, sprechen, denken und ganz viele schöne Dinge tun, die man eigentlich nicht mehr tun wollte. (more…)


Mia, Madonna und die armen Afrikaner
Die Liste der weißen Afrika-Freunde, die den Kontinent retten wollen, ist lang. ZEIT ONLINE – ein Kommentar von Andrea Böhm
Seit elf Tagen hungert die amerikanische Schauspielerin Mia Farrow für Darfur. Seit mehreren Monaten versucht die Pop-Sängerin Madonna, ein zweites Kind aus Malawi zu adoptieren. Farrow beschreibt ihr Fasten gegen Völkermord täglich auf ihrer Website und schildert mit der unbeirrbaren (Mit)Leidensfähigkeit einer Mutter Teresa, was der Hausarzt zu ihrem Gewichtsverlust sagt und was Barack Obama gefälligst endlich zur Regierung im Sudan sagen soll.
Madonna lässt regelmäßig durch ihre PR-Agenten ausrichten, dass sie mit Adoptionen “Kinder aus dem Elend” retten will und im Übrigen mit ihrer Hilfsorganisation “Raising Malawi” auch alle übrigen Waisen im Land.
Zwei berühmte Frauen mit so vielen guten Absichten! Warum bloß schwillt einem der Hals, wenn man sie reden hört? (more…)


Kugelspritzen aller Art
Tuesday, 5. May 2009, 12:44
Filed under: business, commerce, resist, the end, violence, warfare, what we hate | Tags: , , , , , ,
pistole
Mittelstandsperle des Tages: Heckler&Koch Junge Welt
Es gibt sie, die krisenfesten bundesdeutschen Hochleistungsbetriebe: Der Nettogewinn des Kleinwaffenherstellers in Oberndorf am Neckar hat sich 2008 von 5,4 Millionen auf 12,8 Millionen Euro mehr als verdoppelt, meldet die Internetausgabe der Financial Times Deutschland (FTD) am Montag. Das Geschäft mit Kugelspritzen aller Art lohnt sich offenbar in der Krise besonders: Der Umsatz stieg um gut 25 Prozent auf 185,7 Millionen Euro. Das ist schön fürs Jubiläum, denn 60 Jahre Bundesrepublik sind auch 60 Jahre Heckler & Koch (H&K) und – seitdem man 1955 wieder durfte – Produktion von Mordgeräten aller Art. Für 2009 sieht H&K laut FTD »einen positiven Verlauf durch guten Auftragsbestand«, auch wenn einige Lieferungen etwas kleiner ausfallen sollten als erhofft. Großkunden wie Großbritannien, Bundesrepublik und Norwegen werden die Schwaben nicht hängen lassen, außerdem sieht H&K Chancen in den USA, wo Ende 2008 »neben dem Stammgeschäft für das Militär und Sicherheitskräfte« (FTD) eine Pistolenproduktion für den Zivilmarkt gestartet wurde. Gewehrherstellung für private Kunden soll folgen. (more…)


1. Mai Berlin Atari Teenge Riot

Atari Teenage Riot (ATR) waren eine aus Berlin stammende deutsche Band. Sie kombinierte aggressive linksradikal-anarchistische Botschaften mit der neu entstandenen Techno-Musik und Punk. Atari Teenage Riot galten in den neunziger Jahren als Band, der es gelingen könnte, die Einstellung des Punk auch musikalisch in das 21. Jahrhundert zu transportieren. Bis auf wenige Ausnahmen blieben sie aber ohne Nachahmer. (more…)


Berliner Volksentscheid
Sunday, 19. April 2009, 21:55
Filed under: dates, independence, resist, social, warfare, what we hate | Tags: , , ,

religion

»Pro Reli mißbraucht den Freiheitsbegriff«
Volksentscheid in Berlin am 26. April über die Wiedereinführung des Religionsunterrichtes an Schulen. Ein Gespräch mit Gert Julius (Vorsitzender des Bündnisses für soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde e.V.)
Wie die Humanistische Union werfen auch Sie der Initiative »Pro Reli« eine falsche Darstellung des Abstimmungsgegenstands beim Volksentscheid in Berlin am 26. April vor. Warum?
Weil »Pro Reli« einen faktischen Entscheidungszwang für Schüler und Eltern als Wahlfreiheit verkauft. Die Forderung der Initiatoren dieses Volksentscheids würde im Erfolgsfall verhindern, daß Schüler sowohl am Ethik- als am Religionsunterricht teilnehmen können. (more…)


“Wenn ihr nicht abruestet, tun wir es!”
Geheimnisse der Dresdner Heide
Wenige Tage nach dem Brandanschlag auf den Fuhrpark der Bundeswehr ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht

Olaf Meyer 16.04.2009

In der Nacht zum Ostermontag waren bislang Unbekannte auf das Gelände der Offiziersschule des Heeres in Dresden (1) vorgedrungen und hatten dort mehrere Brandsätze gezündet (2). (more…)



Poster Liberation
Tuesday, 20. January 2009, 19:37
Filed under: art, disobedience, media skills, resist, urban space | Tags: , , , , ,

Poster Boy
“Poster Boy is a New York City based street artist. By using a razor, Poster Boy slices up advertisements in the subway system to create completely original works of art. Due to the illegal nature of his work, Poster Boy remains anonymous.”
Pictures of his work here.


Friede, Freude, Eiergranatenkuchen
…Was ich zynisch finde und kaum verstehen kann ist, dass alle den Israelis vorwerfen in Gaza Kinder zu töten. Immer dieses Vorzerren und gegenseitige Vorhalten des aller Grausamsten in einem Krieg (nämlich das Töten von unschuldigen Kindern)! Das mag man beispielsweise Christen, Pazifisten und Tierschützern abnehmen, aber doch nicht Leuten, die selbst Kriege führen, Kriege provozieren oder Massenvernichtungswaffen anwenden. Damit meine ich viele pro-palästinensische und israel-kritischen Stimmen. (more…)


We are few.
Monday, 5. January 2009, 13:36
Filed under: independence, resist, the end, violence, warfare | Tags: , , ,

Some hope that the most world-famous closed loop of violence will stop. We learned that everyone who instigates, who preaches retribution, who bears arms will be damned to end up in smoke. We know there is not even one plausible reason for war; besides lust for war. We feel sorry for everyone who decided to live for war. We feel sorry for everyone who neither hasn’t the courage to decline nor a valuable sense of life. We noticed martyrdom, patriotism, transcendence and religious commitments are nihilistic bubbles during the term of war because they unmask as secular interests of warfare and oeconomic vulnerability. We will never pay tribute to agitators, heroes and pressure groups of war. We are few.