Filed under: disobedience, ecomomics, performance, provocation, resist, social, think!, what we hate | Tags: Denkverbote, Druck ablassen, Integration, Kopftuch, Migranten, Neukölln, Ressentiments, Türken und Araber, Thilo Sarrazin
Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin hat Türken und Araber in Deutschland attackiert. Damit stößt er auf beispiellose Zustimmung. Woher kommt bloß die Wut?
Aus einem Interview in einer wenig bekannten Intellektuellenzeitschrift ist binnen dreier Wochen ein »Fall Sarrazin« geworden. Der Streit über die Äußerungen des Bundesbankvorstands in Lettre International mutiert zur Debatte über die deutsche Debattenkultur. Es wird mittlerweile genauso leidenschaftlich darüber gestritten, was man hierzulande um welchen Preis sagen darf – wie über die ursprüngliche Frage: Ob Sarrazin denn recht hat mit seinen Behauptungen über Einwanderer in Berlin. (more…)
Filed under: east, independence, media skills, performance, social, violence, warfare, what we hate | Tags: 2003, Bundeswehr, Deutschland, Feldpost, Kameraden, Kerle, KFOR, Kosovo, Oberfeldwebel, Prizren
Oberfeldwebel Mirko H. aus Prizren (Kosovo) am 20.11.2003Filed under: Experimental, art, dates, disobedience, performance, provocation, social, what we hate | Tags: Berlin, Prater, René Pollesch, Theater, Volksbühne
Tal der fliegenden Messer, Ruhrtrilogie Teil 1 von René Pollesch
„Es kann nicht darum gehen, dass in meiner Stimme eine historische Wahrheit zum Ausdruck kommt! Nein, man muss aus anderen Gründen auf diese Stimmen hörn. Weil sie d a sind! Weil sie die Wirklichkeit prägen.“
Wir können jetzt weiter heucheln, dass uns die andern Leben berührn… Aber die Frage ist, wo berührn sie uns wirklich, also politisch, und nicht immer nur da, wo wir gezwungen sind, uns einen Plan unserer Gemeinsamkeiten zu erzählen. Eine Wahrheit vom Menschen zum Beispiel, die wir alle teilen sollen. Die Freiheit könnte darin liegen, nicht wahr sein zu müssen.
„Wo haben wir mit den anderen zu tun? Diese Frage will eine sentimentale Sorte von Sozialismus immer damit lösen, dass wir nur bessere Menschen sein müssen“. (Dietmar Dath) Aber wir sind schon gut genug. Gleichgültigkeit und Interessenlosigkeit sind vielleicht eine legitime Verteidigung gegen Vorstellungen von Gemeinsamkeiten, die uns aber vor allem trennen. Vielleicht ist es gut, kein Interesse aneinander zu haben, vielleicht ist das kein Verlust, sondern das Vernachlässigen der Punkte, an denen wir uns nur moralisch und psychologisch berühren, und nicht dahin sehn, wo unsere Leben wirklich miteinander zu tun haben. Vielleicht ist es gut, was die Meinhof sagt: „Frauen, die keine Frau haben, die ihre Kinder erzieht, haben es schwer, schwer, unheimlich schwer.“ Sie sucht den Punkt, wo die Frauen nicht immer mit den Typen zu tun haben sollen, nur weil die mit ihnen eine Familie gegründet haben. „Der Typ hört sowieso immer weg“. Und sie spricht auch nicht von der Berührung mit ihren Kindern. Wo berühren sich unsere Leben wirklich, und nicht immer bloss in dem blöden Melodram, das wir uns erzählen müssen… (more…)
Filed under: africa, business, commerce, disobedience, independence, resist, social, warfare, what we hate | Tags: Ausbeutung, Bad Bank, Demokratie, Ethik, Geld, kapitalismus, Menschenrechte, Moral, Neoliberalismus, Wachstumswettlauf, warum?, Zinssystem
Warum stellen wir nicht mehr die Warum-Fragen?
Trotz technologischen Fortschritten sind in den westlichen Industrienationen die Realeinkommen gesunken und die Bildung ist zu einem Spezialistentum ohne Verantwortung für das Ganze verkommen. Kein Wunder, dass Begriffe wie Ethik und Moral im entfesselten Kapitalismus scheinbar keine Rolle mehr spielten. Wie sollte dies auch sein, wenn der schnöde Mammon der persönlichen Bereicherung durch immer stärker ausufernde Gehälter die Gehirne der Akteure mit dem Shareholder-Value der Aktienkurse gleichgeschaltet hatte. Wir haben es verlernt, die Warum-Fragen zu stellen, Fragen, die uns die Kinder immer wieder stellen.
Warum haben wir jahrelang geglaubt, dass Geld auf Bäumen wächst und beliebig vermehrbar ist, ohne zu erkennen, dass die Äste auf denen wir sitzen, durch ihre eigene Schuldenlast zusammenbrechen? Warum hat die so genannte Wirtschaftselite zum Treiben in den Finanzetagen der Großbanken jahrelang geschwiegen, obwohl jeder, der den mathematischen Dreisatz beherrscht, nachrechnen konnte, dass z.B. eine UBS im Verhältnis zur Schweizer Volkwirtschaft viel zu groß wurde, um eine Krise alleine bewältigen zu können?
Warum haben Politiker zugeschaut, wie das schweizerische Bankgeheimnis von Banken zu einem kriminellen Perpetum Mobile der Geldwäsche umfunktioniert wurde? Warum unterstützen wir heute Banken, die sowieso nicht mehr zu retten sind mit der Einführung von Bad Banks, und verhindern so, dass das neu gedruckte Geld zur Sanierung von toxischem Swap-Müll und nicht für Innovationen eingesetzt wird? Warum lassen wir es zu, dass Banken, die saniert werden, trotz neuem Geld alte Kredite kündigen und so eine gigantische Kreditklemme und damit Massenarbeitslosigkeit verursachen? (more…)
Filed under: africa, business, digital, independence, social, think!, what we hate
Ghana: A Digital Dumping Ground
On the outskirts of Ghana’s biggest city sits a smoldering wasteland, a slum carved into the banks of the Korle Lagoon, one of the most polluted bodies of water on earth. The locals call it Sodom and Gomorrah.
Correspondent Peter Klein and a group of graduate journalism students from the University of British Columbia have come here as part of a global investigation — to track a shadowy industry that’s causing big problems here and around the world.
Their guide is a 13-year-old boy named Alex. He shows them his home, a small room in a mass of shanty dwellings, and offers to take them across a dead river to a notorious area called Agbogbloshie. (more…)
Filed under: disobedience, gender, independence, performance, social, think!, what we hate | Tags: Frauen, gender, männer, stereotype
Wie geschlechtsspezifische Stereotype die Wirklichkeit bestimmen – selbst wenn wir nicht an Stereotype glauben (Telepolis)
Mädchen sind nicht wirklich intelligent. Wenn sie wirklich in einzelnen Schulfächern Erfolg haben, dann nur dort, wo sie die ihnen eigene Disziplin dazu nutzen können, den Stoff komplett auswendig zu lernen. Jungen hingegen, ja die sind zwar faul, aber wenn sie gerade keinen Unsinn veranstalten, dann verstehen sie die Lerninhalte wenigstens und können sie frei von der Leber weg anwenden. (more…)
Filed under: business, east, independence, performance, social, think!, what we hate | Tags: Diskriminierung, Migration, Schweiz
Claudio Habicht, Tagesanzeiger.ch«Aus Radulović könnte man Radler machen»
Die Basler SP-Ständerätin Anita Fetz möchte Ausländer besser integrieren. Diese sollen den Nachnamen ändern können, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.
Sie schlagen in einem Postulat vor, dass Ausländer bei der Einbürgerung ihren Nachnamen freiwillig «einschweizern» können. Was bringt das?
Die Namensänderungen würden insbesondere Jugendliche auf Lehrstellensuche vor Diskriminierungen schützen. Mehrere Studien haben gezeigt, dass ausländische Stellensucher bei schriftlichen Bewerbungen klar diskriminiert werden, und zwar wegen ihrer fremd klingenden Nachnamen. Viele Lehrmeister haben Vorurteile und glauben, diese Jugendlichen sprächen kein Deutsch oder seien schwierig im Umgang. (more…)
Filed under: digital, gender, independence, social, what we hate | Tags: Back-to-home, Cocooning, Heim-und-Herd-Heldinnen, Homing, Mama, Mütter, NetMoms, Rollenklischees
In den Mütterforen im Web tummeln sich Frauen, die für die Kinder zu Hause bleiben. Online versichern sie einander, dass sie auf dem richtigen Weg sind
Früher fragte man die eigene Mutter um Rat, wenn man selbst eine wurde. Heute hilft das Netz weiter. 725.000 Treffer landet die Google-Anfrage “Väter + online”, “Mütter + online” bringt es gar auf 1.220.000 Treffer. “Mütter haben Tausend Fragen”, frohlockt eines der Portale. “Bei NetMoms findest Du alle Antworten!”
Mütter von heute treffen sich nicht mehr zu Tupperware-Abenden, sondern bei NetMoms, mamiweb oder mamily. Dort heißen sie “allesmaedchen”, “bestmom” oder “HexiHex” und diskutieren über Sex, Kinderkrankheiten und Promi-Mütter. Zur Kinderbetreuung lautete die Frage des Tages der NetMoms am 27.04.09 beispielsweise: “Würdest Du Dir eine Nanny leisten, so wie Heidi Klum es tut?”
Die meisten Antworten hätte vermutlich auch die eigene Mutti so gegeben: “Heidi Klum ist kein Maßstab für mich. Weder damit, wie sie aussieht, noch damit, was sie tut. Warum bekommt man Kinder, wenn man keine Zeit für sie hat? Meine Kinder sind genau geplant mit dem Papa. Und so bleibt es auch. Und wir sind immer für die Beiden da. :-)“ Oder schärfer: “Für mich hat die Klum ‘nen Vogel, Kinder noch und nöcher in die Welt setzen und zu 90 Prozent von Fremden betreuen lassen. Stundenweise o.k., aber nicht wochenlang.”
Die Community scheint sich einig zu sein. Im Forum der NetMoms führen die meisten Frauen traditionelle Beziehungen. Sie sind Hausfrauen und Mütter, während die Männer das Geld verdienen. Die meisten scheinen damit zufrieden zu sein. “So wie es ist, ist es schön,“ schreibt “augenauf“, „ich werde arbeiten, wenn die Jungs etwas älter sind und dann aber nur stundenweise. Ich möchte gerne etwas von meinen Kindern haben.“ Ist das nun altes Glucken-Gehabe oder ein neues Selbstbewusstsein von Frauen, die sich entschieden haben, einfach nur Mütter zu sein? (more…)
Filed under: africa, business, commerce, east, media skills, performance, resist, social, what we hate | Tags: Adoption, Hilfsorganisationen, Madonna, Rassismus, Spendenmentalität
Seit elf Tagen hungert die amerikanische Schauspielerin Mia Farrow für Darfur. Seit mehreren Monaten versucht die Pop-Sängerin Madonna, ein zweites Kind aus Malawi zu adoptieren. Farrow beschreibt ihr Fasten gegen Völkermord täglich auf ihrer Website und schildert mit der unbeirrbaren (Mit)Leidensfähigkeit einer Mutter Teresa, was der Hausarzt zu ihrem Gewichtsverlust sagt und was Barack Obama gefälligst endlich zur Regierung im Sudan sagen soll.
Madonna lässt regelmäßig durch ihre PR-Agenten ausrichten, dass sie mit Adoptionen “Kinder aus dem Elend” retten will und im Übrigen mit ihrer Hilfsorganisation “Raising Malawi” auch alle übrigen Waisen im Land.
Zwei berühmte Frauen mit so vielen guten Absichten! Warum bloß schwillt einem der Hals, wenn man sie reden hört? (more…)
Filed under: business, commerce, resist, the end, violence, warfare, what we hate | Tags: CDU, Deutschland, G 3, Heckler&Koch, Militär, Rüstung, Waffen

Mittelstandsperle des Tages: Heckler&Koch Junge Welt
Es gibt sie, die krisenfesten bundesdeutschen Hochleistungsbetriebe: Der Nettogewinn des Kleinwaffenherstellers in Oberndorf am Neckar hat sich 2008 von 5,4 Millionen auf 12,8 Millionen Euro mehr als verdoppelt, meldet die Internetausgabe der Financial Times Deutschland (FTD) am Montag. Das Geschäft mit Kugelspritzen aller Art lohnt sich offenbar in der Krise besonders: Der Umsatz stieg um gut 25 Prozent auf 185,7 Millionen Euro. Das ist schön fürs Jubiläum, denn 60 Jahre Bundesrepublik sind auch 60 Jahre Heckler & Koch (H&K) und – seitdem man 1955 wieder durfte – Produktion von Mordgeräten aller Art. Für 2009 sieht H&K laut FTD »einen positiven Verlauf durch guten Auftragsbestand«, auch wenn einige Lieferungen etwas kleiner ausfallen sollten als erhofft. Großkunden wie Großbritannien, Bundesrepublik und Norwegen werden die Schwaben nicht hängen lassen, außerdem sieht H&K Chancen in den USA, wo Ende 2008 »neben dem Stammgeschäft für das Militär und Sicherheitskräfte« (FTD) eine Pistolenproduktion für den Zivilmarkt gestartet wurde. Gewehrherstellung für private Kunden soll folgen. (more…)
Filed under: dates, design, disobedience, performance, social, urban space, violence, warfare, what we hate | Tags: Extremist, Politik, Style, Image, Dresscode

Hasskappe, Burka, Palästinenser-Feudel. Was trägt der politische Extremist 2009? von Christian Saehrendt, FAZ.net, 17.03.2009
Der Frühling naht, und damit auch der Nato-Gipfel und der Erste Mai – traditionelle Großkampftage für alle radikalen politischen Gemüter. Ob autonome Antifa, Globalisierungsgegner, Neonazi oder Exiltamile; für alle heißt es: Heraus auf die Straße und Flagge zeigen! Gerät man als Zivilist in eine dieser Kundgebungen und Demonstrationen, fällt es schwer, Links und Rechts auseinanderzuhalten, weil sich die politischen Extrempositionen immer mehr anzugleichen scheinen: Gegen Amerika, das „Finanzkapital“, gegen Israel oder Atomstrom sind ja inzwischen fast alle. Auch äußerlich haben sich die Extreme angeglichen. Lernen Sie hier die geheimen Dresscodes der Extremisten zu entschlüsseln! (more…)
Filed under: business, disobedience, media skills, performance, social, the end, think!, violence, warfare, what we hate | Tags: Überwachung, Deutschland, Ermittlungsbehörde, Grundrechte, Hausdurchsuchung, Polizei, Richter
Telepolis, Bettina Winsemann
Allzu schnell unterschreiben Richter Anträge auf Hausdurchsuchungen. Die mangelnde Prüfung wird durch Arbeitsüberlastung und Personalmangel entschuldigt. Eine zynische Einstellung. (more…)
Filed under: dates, independence, resist, social, warfare, what we hate | Tags: Berlin, Freiheit, Religion, Volksentscheid
Volksentscheid in Berlin am 26. April über die Wiedereinführung des Religionsunterrichtes an Schulen. Ein Gespräch mit Gert Julius (Vorsitzender des Bündnisses für soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde e.V.)
Wie die Humanistische Union werfen auch Sie der Initiative »Pro Reli« eine falsche Darstellung des Abstimmungsgegenstands beim Volksentscheid in Berlin am 26. April vor. Warum?
Weil »Pro Reli« einen faktischen Entscheidungszwang für Schüler und Eltern als Wahlfreiheit verkauft. Die Forderung der Initiatoren dieses Volksentscheids würde im Erfolgsfall verhindern, daß Schüler sowohl am Ethik- als am Religionsunterricht teilnehmen können. (more…)
Filed under: art, disobedience, independence, media skills, performance, provocation, resist, social, the end, violence, warfare, what we hate | Tags: Abrüstung, Antimilitarismus, Bundeswehr, Dresden, Heul doch, Militär
Wenige Tage nach dem Brandanschlag auf den Fuhrpark der Bundeswehr ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht
Olaf Meyer 16.04.2009
In der Nacht zum Ostermontag waren bislang Unbekannte auf das Gelände der Offiziersschule des Heeres in Dresden (1) vorgedrungen und hatten dort mehrere Brandsätze gezündet (2). (more…)
Filed under: independence, social, what we hate | Tags: Familie, Pascal Bruckner
Autor: Pascal Bruckner
Es ist ein ergreifendes Lied der Beatles: “She’s Leaving Home”, die Geschichte eines jungen Mädchens, das im Morgengrauen von zuhause flieht und einen Brief auf dem Küchentisch hinterlässt. Wir hören von den Gefühlen des Teenagers, den die Mittelmäßigkeit seiner Eltern enttäuscht, (more…)